Was hat einen Hut auf, orange Handschuhe, stand gerade 10h an der frischen Luft und stinkt nach Schweiß und Mandarinen?
WIR!
Was heißt dies nun allgemein?
Eigentlich nichts weiter, als das wir heute endlich mal wieder arbeiten durften. Zwar nicht als Orangenpflücker wie gedacht, da wir uns dagegen verweigert haben, da man bis dorthin 1,5h fährt und somit auch die selbe Zeit zurück braucht und dafuer noch 10 AU$ pro Person zahlen müsste oder das eigene Auto nutzen müsste. Was allgemein einen 13h Arbeitstag bedeuten würde.
So arbeiten wir jetzt als Mandarinenpflücker für einen Stundenlohn von knapp 4 AU$, was Scheißendreck nochmal verdammt wenig ist, da der Wechselkurs mittlerweile, auf 2 AU$ pro 1€ geklettert war, aber nun scheinbar wieder rückläufig ist.
Der Stundenlohn kommt Zustande durch unser Gehalt welches, 50 AU$ pro 500kg Bottich Mandarinen beträgt, und unserer Leistung, welche 3 Bottiche Betrug, so wie bei allen anderen Sammlern auch.
Der einzige Trost ist, dass es Menschen gibt die scheinbar noch weniger verdienen als wir, dass wir soviele Mandarinen mitnehmen können wie wir wollen (wir haben schon drüber nachgedacht uns irgendwie so nen 500kg Bottich mitzunehmen und den selbst zu verkaufen) und das es nur 10 Minuten entfernt ist.
Die Arbeit ist relativ hart, man steht den ganzen Tag in der Sonne, wird die ganze Zeit von bis zu 3 Fliegen umkreist, welche sich gerne an Ohr, Nase, Mund und Auge setzen wollen und schwer zu vertreiben sind.
Weiterhin muss man häufig gehockt in den Strauch krauchen oder zumindest tief reingreifen um an fast alle Mandarinen ranzukommen, da die Bäume fast komplett abgeerntet werden müssen. Weiterhin müssen 2 immer auf den Leitern arbeiten um an die Mandarinen an den Spitzen der Bäumchen zu kommen, was ein besonderer Nervenkitzel ist, da durch die eigene Gewichtsverlagerung oder die bis zu 30kg Mandarinen im Sammelsack, die Leiter dazu neigt sich plötzlich Richtung Boden zu bewegen.
So ging es jeden von uns heute mal, ich glaube meine Leiter hat sich einmal als ich auf knapp 2m Höhe war mitten in die Mitte vom Busch bewegt, wo ich dann auf knapp 1m höhe zumindest super an die in der Mitte hängenden Mandarinen herankam, ohne das mir etwas passiert ist.
Allgemein, empfand ich es als relativ spannenden Nervenkitzel und es gab nette Adrenalinkicks, ich würde aber bezweifeln, dass diese Ansicht jeder von uns vieren teilt.
Als letzte Gefahr gab es noch das schneiden, mit der kleinen Handheckenschere, da man manchmal ins ungewisse geschnitten hat, da die Sicht durch Blätter verdeckt war, ist auch hier eine hohes Gefahrenpotenzial, jedoch sind alle Finger dran und niemand hat es wirklich geschafft sich heut in die Hand zu schneiden.
Ich weiß jetzt garnicht wie oft ich das Wort mit M benutzt habe, aber es ging glaube garnicht anders.
Naja aber so gibts zumindest erstmal einwenig was in die Kasse bis wir dann in ca. 9 Tagen als Kirschensortierer anfangen könnten, wo wir 17,50 AU$ pro Stunde verdienen könnten, was abzüglich Steuern fast 12,50 AU$ wären.
Unsere Vermittlerin, eine starkpigmentierte Frau, welche Anna Berry heißt und deren Körper passend zum Namen, die Form einer unförmigen, dicken Erdbeere hatte, aber welche allgemein sehr nett und hilfsbereit war, hat uns zugesichert, dass sie alles versucht für uns diesen Job und vielleicht noch etwas für die Überbrückung der Zeit bis dahin zu bekommen.
Wir wissen nur nicht wielange wir diesen Job machen werden, da wir Montag sicherlich nicht gehen, da wir nochmal zur Jobvermittlung müssen.
Mysterien und Mythen in Australien.
So ich schreib mal noch allgemein ein paar Dinge, welche uns hier verwirren,interessieren oder auch amüsieren.
So ist uns zum Beispiel relativ zeitig aufgefallen, das der Mond hier nicht senkrecht ab- oder zunimmt, sondern waagerecht.
Weiterhin gibt es eine interne Doppelkopf reinfolge, welche schon seit unseren ersten Tagen des Aufschreibens der Punkte besteht. Tom an der Spitze, dahinter ich und mit etwas Abstand Hannes und dann irgendwann auch Frie.
Irgendwie lässt sich an dieser Reihenfolge kaum was verändern.
Dann gibt es hier die merkwürdigen schwarzen Fliegen, welche einen permanent verfolgen und einem einfach nicht von der Seite weichen wollen... in Brisbane sind sie uns noch nicht begegnet aber hier ständig.
Es gibt auch in fast jeder Unterkunft, irgendwelche kaputten Türen, egal ob für Duschen, Toiletten, oder andere Dinge, somit, kann es auch mal passieren, das man eine Toilette betritt, welche sich nicht abschließen lässt.
Franzosen... sie sind von uns nicht umbedingt gern gesehen, da sie tierisch nerven wenn sie französisch reden, jedoch ist es amüsant anzuhören, wenn in der anderen Orangenlane ein Franzose pflückt, welcher scheinbar eine Citrusfruchtallergie hat, da er pro Stunde knapp 30x genießt hat.
Außerdem wurde uns von unserer Arbeitsvermittlerin gesagt, dass Deutsche als Arbeiter immer gern gesehen sind, da sie sehr effektiv und fleißig arbeiten.
Im Gegensatz zu Franzosen, welche immer meckern, dass die Arbeit zu hart ist, dass es zu warm ist, oder dass sie Hunger bzw. Durst haben und somit bei unserer Griffith Arbeitsvermittlung, garnicht angenommen werden, für andere Jobs als Fruitpicking.
So das war es dann erstmal demnächst gibt es sicher auch wieder Informationen und 100% auch Bilder!
Also bleibt gespannt.
P.S. War in Eile, als wer Schlechtschreibfehler findet darf sie behalten.
Samstag, 18. Oktober 2008
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3 Kommentare:
Wer will schon Rechtschreibfehler? Schickt uns lieber mal ein paar Mandarinen!
Wenigstens habt ihr erstmal 'nen Job. Und ich bin mir sicher, dass ihr demnächst noch was besseres bekommt! Wünsch euch weiterhin viel Glück dabei :)
@ Frie: Schöne Grüße von Lisa unso^^
moin jungs!
das klingt ja teilweiße nicht so prickelnd... aber ich kanns ja nachvollziehen, es war nicht immer einfach.
Ich kann euch in Griffith den Tourist Caravan Park sehr empfehlen. Erstens sicher preiswerter als Hotel und zweitens könnt ihr an der Rezeption dann nach Jobs fragen, die haben eigentlich oft was gehabt. Wir waren 5 Wochen in dem Kaff und haben erst Trauben, dann Melonen (was ja mal garnicht geht) und schließlich Grapefruits gepickt und sie auch verpackt. In den letzten beiden wochen haben wir für Pacific Seeds Feldpflege betrieben. Das war recht entspannt, einfach dort bissel unkraut rausreissen oder ausm sonnenblumenfeld die zu großen rausruppen, was teilweiße doch sehr lustig war, da man dabei gut angestaute aggresionen abbauen konnte :D
Nunja, alles in Allem war es sicher nicht die entspannteste Zeit, aber es war gut auszuhalten mit Bier und Pool am Abend. Und man war ja schließlich da um Geld zu verdienen. Man wusste irgendwann kommst du hier raus und fährst weiter durch dieses wunderbare Land, das war Motivation genug...
Hier ist die Adresse vom Caravan Park:
919 Willandra Dr
Griffith, NSW 2680
tel: (02) 6964 2144
und hier noch zwei nummern von Leuten für die wir gearbeitet haben:
Cesar, von ihm haben wir die meißten Jobs bekommen, ich hoffe er ist noch in der Gegend!
Nummer: 0429300126
Und Jamie von Pacific Seeds, bei ihm weiß ich auch nicht ob er noch in Griffith ist, wenn er nicht da ist fragt ihn am besten wer dann dort ist und lasst euch ne nummer geben!
Nummer: 0428297456
Ihr könnt ja sagen das Jonathan euch die Nummern gegeben hat, auch wenn ich bezweifle das sie sich erinnern...
Also! Macht das beste drauß, versucht soviel Kohle wie möglich zu scheffeln und so wenig wie möglich auszugeben, denn nur so kommt man voran!
liebe grüße, Jonathan
Hallo ihr da unten :)
das klingt ja wirklich hart mit den ganzen Mandarinen,aber wenn ihr da viele mit nach hause nehmen könnt, könnt ihr die ja wenigstens essen und spart das geld^^ und die wären gesund
frie ich wollte dir nur sagen, dass meine vorlesungen oft so enden, dass ich deinen bruder in der bahn treffe und wir zusammen nach hause laufen. udn da reden wir dann darüber wer von usn beiden dich merh vermisst :)
aber es is schön immer was neues von euch zu lesen.
viele liebe grüße an euch alle
Anna
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