Montag, 27. April 2009

Die Abrechnung/ Das Fazit

So ich sitz nun ja gerade auf Java in Malang im Cafe und erhole mich von der Dschungelhölle.

Ich hab in letzter Zeit viel über unser Work und Travelabenteuer nach Australien nachgedacht und werde jetzt mal meine folgenden Gedanken und "Gefühle" zu Australien aufschreiben. Ich habe leider nie etwas dazu aufgeschrieben, mir aber jetzt mal 2h genommen um alles was mir einfällt und mich direkt irritiert gestört hat niederzuschreiben.

Also begonnen hatte ja alles am 4. September 08, lange ist's her.
Damals noch in Brisbane,
wo wir unsere neuseeländischen Freunde kennen gelernt haben und bei Superart gearbeitet haben.
Allgemein war dies sicher eine der schönsten Etappen der Reise, es war alles neu es war alles frisch und durch die Neuseeländer kam der Spaß nicht zu kurz.
Die Sache mit Superart war allgemein ja soweit ganz gut, nur das am Ende die Bezahlung nicht stimmte. Aber was kann man dagegen machen, nicht viel.
Ich sehe dies im nachhinein, als gute Lektion an. Besonders ich hatte ja am wenigsten damit gerechnet, das wir nicht bezahlt werden. Ich habe mit kürzerer Arbeitszeit gerechnet etc. aber naja damit nicht wirklich. Vielleicht ein bisschen zu positiv gedacht, aber naja Adam, wusste halt wie man vertrauen gewinnt, zumindest meines.^^
Der Teil der guten Lektion spiegelte sich insbesondere dann wieder, wenn man die Zeit in Griffith betrachtet, wieder blauäugig, diesmal alle.
Ging es nach Griffith,
wo es gut bezahlte Arbeit geben sollte. Auf dem Weg machte uns das Auto Probleme, aber allgemein, trotz diesen Mangels und dem Schimmel, welcher ohne Problem zu bereinigen ging ein sehr sehr guter Kauf.
Griffith mit seiner Arbeitsmarktsituation und leeren versprechen, lies uns 3 Wochen mit nichtstun verschwenden und zeigte uns wie es möglich ist mit wenig Ausgaben zu überleben. Die Arbeit als Mandarinenpflücker, zeigte sicher sehr gut, wie die Arbeitsverhätlnisse in anderen Ländern sind und wie man schnell mal ausgenutzt wurde, auch wenn wir hier die Gutgläubigkeit bereits abgelegt hatten.
Insgesamt haben wir uns durch min. 1 Woche warten ohne nach Alternativen zu suchen ziemlich fehlverhalten.
Wineyard, war dann sehr interessant, da es hier meiner Meinung nach viel zu entdecken gab und man mal einen guten Einblick erhielt.
Poultryfarm, war (Hühner)scheiße, man hat nicht wirklich was gelernt, die Atmosphäre war gut, die Arbeit war bis aufs schaufeln Easy.
Also eigentlich ein guter Job.

Tasmanien, war nett.
Es war eine interesante Reise zu 2. mit dem Van, das Wetter hätte besser sein können und mit einem Motorrad wäre die ganze Sache warscheinlich gigantisch gewesen, da es doch mit dem "langsamen" Auto teilweise anstrengend wurde, aber allgemein, war die Natur wunderbar und ich würde dies nicht missen wollen. Besonders die Tage wo wir auch mal relaxxt haben in Hobart waren sehr toll.

Als dies vorbei war muss ich sagen habe ich mich in Sydney sehr häufig nach diesem "monotonen" Leben gesehnt. Da es einfach doch sehr gechillt war, Arbeiten, ausruhen, Fitti, zocken und dann irgendwann ins Bett, besonders als wir die Franzosen kennenlernten etc. wurde es dann doch interessanter. Ich hätte zwischen Januar und Februar eigentlich fast jeden Tag gerne getauscht.

Sydney Dezember
Weihnachte, man vermisste den Schnee, aber naja, was solls, ich wäre ehrlich gesagt lieber Zuhause gewesen, spaßig war die Party aber allgemein, kann ich mir von heißer anstatt weißer Weihnachts nix abgewinnen. Silvester, war auch super, man wurde zwar nicht besoffen und allgemein war es einwenig viel Geld für Silvester, aber dies war eine einmalige Erfahrung die diesen Faktor übersehen lässt.

Januar bis Februar wo ich Anfing als Carwash zu arbeiten und 1 Woche später für Izy.
Also ohne Arbeit, fühlte ich mich einfach hundelend. Ich langweilte mich und war nicht ausgelastet, die anderen wehrte sich bessere gegen diese Langeweile.
Aber ich fühlte mich unnütz und spielte sogar mal mit dem Gedanken "die ganze Scheiße" abzubrechen und nach Hause zu fliegen.
Aber naja Reiseüberlegung mit Vivi für Bangkok war getroffen, ihre Freude war da das wollte ich ihr nicht nehmen und was sollte ich in Deutschland machen bis zum Zivi ist es noch ne Weile hin. Also spielte ich lieber mit dem Gedanken Sydney zu verlassen, da das Hostel einfach keine Möglichkeit einer Unterkunft war um Arbeit zu finden.
Ich schraube währenddessen meine Ausgaben runter und lebte von wenig, ich kann es bis heute nicht verstehen, wie die anderen 3 in meinen Augen ihren deutlich überteuerten Livestyle durchziehen konnten.
Auf Party verging auch langsam die Lust.

Allein in Sydney Anfang Februar bis Mitte April.
Diese Zeit war eigentlich ganz relaxxt, vom Partymachen bin ich geheilt und hab das Hostel eine Woche später auch nicht mehr besucht, da mir dann doch wohl oder übel bewusst wurde, das die Leute dort alle ganz lustig sind, aber außer zum Partymachen und labbern zu nix zu gebrauchen sind und besonders jeder der da länger bleibt als 3 Monate eigentlich nur sein Leben verschwendet, da man jeden Abend einen trinkt, da alle dazu auffordern und die meisten ohne nachdenken zustimmen.
Sie empfinden das was sie sagen als cool und machen sich interessant, da sie frei leben, aber dies ist sicher keine schöne Art das Leben zu genießen.
In der Wohnung war es immer angenehm, ich hatte Abends meine Ruhe, konnte mich mit den verschiedenen Leuten unterhalten und auch mal ca. 25h die Woche zocken, was ich immer sehr genossen habe.
Ausgehen war nichtmehr drinne, ich bin eigentlich immernoch erstmal von Party geheilt und kann mir ehrlich gesagt garnicht wirklich vorstellen wieder Mengen von Alkohol zu trinken, auch wenn ich weiß, dass es in Deutschland immernoch vorkommen wird, aber sicher eher weniger, aber man weiß ja nie.
Die Zeit mit Izy war in soweit auch ganz lustig auf Arbeit, aber naja wie schon Frie festgestellt hatte, ist er für sich selbst der größte und zeigt das auch jede Minute die er kann, anstatt es für sich zu behalten wenn er es so empfindet und manchmal etwas in diese Richtung anzubringen, er überschätzt sich und seine Fähigkeiten einfach bei weitem und sieht sich einwenig als Martyrer, aber naja das Arbeiten war ok, das Geld stimme es hätte nur einwenig mehr sein können. Aber wer mich kennt, weiß, dass es immer mehr sein kann.^^

Das schönste war durch die Privatsphäre und den 24/7 (mit Ausnahmen) Internetanschluss der ständige Kontakte zu den Daheimgebliebenen. Was ich sehr vermisse und worüber ich mich auch häufiger beschwert hatte ist der wenige Kontakt der von unseren 3 Australiern blieb. Aber irgendwie konnte ich Ihnen garnicht mehr böse sein sobald ich sie mal hörte, auch wenn ich extra nicht angerufen hatte, was mir doch meist schwer fiel.

Australien
ist für mich bei weitem nicht so schön wie Deutschland.
Ich liste mal auf was mir nicht gefällt.
Zeitiger Alkoholgenuss, welcher durch Happy Hours ab 16 Uhr unterstützt wird.
Traffic Jam und Rush Hours in dieser Extremen vorm, das einfach teilweise nix mehr geht zumindest in den Städten.
Kein echter Winter (dafür können sie nicht direkt was)
Überteuertes Verkehrsnetz auf kurzen Strecken im öffentlichen Nahverkehr.
Weitläufigkeit... Ich will Ayers Rock sehen, alles klar Sydney 3 Tage Busfahrt 3 Tage dort, wenn man Geld sparen mag.
Menschen sind nicht freundlichen als in Deutschland, man denkt es nur, weil man den Ausländerbonus bei den "jüngeren" Leuten erhält und es einem so erzählt wurde.
Das Internet liegt 3-5 Jahre hinter unserem und die Qualität war oft naja miserabel für so ein zivilisiertes Land.
Es liegt am Arsch der Welt, News in Europa, Amerika, etc. tangieren einen garnicht, es ist ja soweit weg.
Schlechtes Geldsystem höchste Note 100AU$, wollt ihr mich verarschen. Wie sollte man nen Mercedes oder Porsche damit in Bar bezahlen... Münzen das selbe, 50 Cent zu groß und 2 AU$ zu klein, was soll das?
Easy Lifestyle gibt es auch nicht, alles dauert genauso lang wie in Deutschland und ist genauso kompliziert (Fragt mal Frie wegen dem Auto).
Häufig geschlechtsgetrennte Schulen... warum?
Äußerst unfreundliche Polizisten, wenn man einen Fehler begeht.
Viele Obdachlose, welche in den Straßen einfach so rumliegen, deutlich mehr als bei uns.
Meist extrem hohe Alkoholpreis.
Sehr wenig gute Clubs.
Zu viel Fastfoodläden.

Mir fallen sicher noch mehr Dinge ein, aber naja. Das immer schwer das alles zusammenzubekommen.

Positives
Schön strukturierte Städte mit einem sehr einfachem Straßennetz.
Jüngere Nation, welcher man es deutlich anmerkt.
Günstigere Preise in vielen Bereichen.
Relaxxterer Livestyle.
Hübschere Frauen.
Geringere Kluft zwischen Arm und Reich im alltäglichen Leben, so wie es mir vorkam.
Bessere Strände (Klimabedingt).
Internationalere Kultur, mehr Möglichkeiten neue Dinge kennenzulernen.
Günstigere Tarife im Bereich Mobilfunk.
Schöne warme Temperaturen ganzjährig nachts.
Bessere Kochmöglichkeiten, durch internationaler einfacher zugängliche Zutaten.
Schuluniformen an Schule, bringt Einheitlichkeit und spart Markentrends aus.

Alles in allem war Australien eine nicht immer schöne aber sehr erfahrungsreiche Unternehmung.
Ich habe teilweise ehrlich gesagt viel zu viel Geld auch mal für Schnickschnack ausgegeben Sportsachen, welche ich weniger nutzte, als ich eigentlich wollte aber im Endeffekt im Fitti doch brauchte. PC Spiele wie Sacred, welche es aber dann doch wert waren, da sie viel langeweile ersparten. Aber allgemein kommt da sicher nen schönes Sümmchen drauf für Dinge, welche nicht wirklich existenznotwenig sind als Bagpacker.
Gepäck hatte ich und jeder andere von uns auch zu viel.
Was braucht man denn vielleicht 2 Shirts fürs Arbeiten welche aus den Alltagsshirts genommen werden können davon dann 3 - 4 um Abwechslung zu haben. 2 lange und 2 kurze Hosen sind auch mehr als genug und 1 Pullover und 1 Wetterfeste Jacke und Unterwäsche, mehr wirklich nicht vielleicht noch etwas edleres für die Clubs aber naja das holt man sich im Sonderfall dort.
Also hab ich viel zu viel Mist mitgehabt ich werde in Singapur oder sonst wo sicher über 60% meines Gepäcks dalassen.
Ich würde uns aber im Alter von 18/19 Jahren als zu jung ansehen fürs Bagpacking.
Es ist einfach schwerer sich gegen die meist 3-5 Jahre ältere Konkurrenz in Sachen Jobs durchzusetze schätze ich, außerdem ist man mit einem fertigen Studium für viel mehr Dinge qualifiziert und hat auch schon mehr Erfahrung in anderen Jobs gesammelt.
Auf der anderen Seite ist gerade dieser Schritt ein Schritt, welchen einen Erfahrungsmäßig sicher 5 Jahre vor jeden Studierenden und Auszubildenden setzt und erlebnistechnisch sicher 20 Jahre, solang dieser nicht auch so etwas nach Abschluss des Studiums oder der Ausbildung macht.
Ich würde sicher nicht umbedingt nach Australien gehen, selbst wenn man mir da für die selbe Arbeit das doppelte zahlen würde.
Ich habe durch diese Reise festgestellt, das eine Nation, welche doch als so toll beschrieben ist, vielleicht nicht das ist, was sie zu seien scheint, diese Meinung teilte ja auch die Berlinerin aus der Oper. Ich würde diese Erfahrung auch nicht gegen eine andere hergeben wollen und habe es auch sicher nicht bereut. Da ich so unser schönes Deutschland als Heimat nun mehr zu schätzen weiß und besonders den Kontakt zu Familie, Freunden, verwandten und bekannten.
Ich kann von mir behaupten, dass ich warscheinlich in meinem Leben nicht nochmal für 8 Monate bagpacke, vielleicht mal noch für maximal 6 aber eher 4, ich könnte auch niemanden empfehlen Bagpacking in Australien zu betreiben, aber da macht sowieso jeder andere Erfahrungen, somit kann ich nicht sagen tut es nicht, ich würde nur empfehlen, wer nicht genug Geld in der Hinterhand hat sollte dies vielleicht erst nach dem Studium oder nach dem Zivi tun, da es doch immer auch sehr kostspielig ist, besonders wenn man Mobil sein will.

So ich hab mir mein Fazit ehrlich gesagt einwenig besser vorgestellt, aber es ist sicher einfacher dies wörtlich zu formulieren, wenn man auch direkt Fragen gestellt bekommt, aber so ist zumindest mal meine Meinung bekannt.

Sonst bleibt nurnoch zu sagen, das dies jetzt sicher der letzte Blog hier war bevor ich wieder in Deutschland bin, geht halt weiter auf

oli-in-asien.blogspot.com aber wem erzähl ich das.^^

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